Montag, 29. Mai 2017

[Rezension] Warten auf Gonzo

- Gebunden -

Autor: Dave Cousins
Übersetzt von Anne Brauner
Verlag: Freies Geistesleben

Erscheinungsdatum: 24. Februar 2016
Originaltitel: Waiting for Gonzo

ISBN-13: 978-3772527791
Seitenzahl: 304 Seiten
Reihe: nein

Preis: 19,90€

Kaufen ? >KLICK<
Oz ist immer für einen Lacher zu haben. Es ist wirklich nicht seine Schuld, dass manche Leute so humorlos sind. Doch bei einem seiner Scherze geht der Schuss nach hinten los, und er setzt eine Kette von Ereignissen in Gang, die in ein einziges Durcheinander münden. Man muss es tatsächlich erlebt haben, wie Oz versucht, den Schaden zu begrenzen – auf seine eigene, einzigartige Weise. Oder anders ausgedrückt: Jeder kann einen Fehler machen, aber um alles zu versauen, muss man ein Genie sein. Auch seine größere Schwester Meg zieht Oz nicht aus dem Schlamassel – doch dann bekommt sie selbst ein Problem. Eines, das von Tag zu Tag größer wird …
Oz schreibt seine Geschichte rückblickend in Form eines Briefes an Gonzo. Aber wer ist diese rätselhafte Gestalt? Erst allmählich nimmt sie Formen an.

Selten hat mich ein Buch schon auf den ersten Blick so derart angesprochen, wie "Gonzo". Dabei ist das Cover doch eigentlich recht unspektakulär, zeigt es nur ein Paar bestrumpfte Beine, die in violetten Doc Martens stecken.
Vermutlich hat mich dieses Bild unglaublich an meine Jugend erinnert und an meinen eigenen Kleidungsstil, denn es geht nix über ein Paar anständige Doc Martens.

Egal, was es letzten Endes war: Ich stand in der Buchhandlung und dieses Cover forderte direkt meine Aufmerksamkeit. Der Klappentext tat ein Übriges, wickelte mich ziemlich schnell um den Finger, weil er mir einen ungewöhnlichen und besonderen Jugendroman versprach und so landete das Buch erst einmal auf der Wunschliste....und da blieb es...eine ganze Weile. Bis zu diesem März, als es plötzlich für den Jugendliteraturpreis 2017 nominiert wurde. Da wurde mir bewusst, das dieser scheinbare Schatz noch immer auf der Wunschliste schlummert und ich ihn jetzt wohl dann doch endlich lesen müsse.

Gesagt, getan, und für sehr gut befunden.

"Warten auf Gonzo" erzählt die Geschichte von Oz, der mit seiner Familie aufs englische Land zieht. Raus aus der Großstadt, rein in die Ödnis, genauer gesagt in eine ramponierte Bruchbude, die an diverse Gruselfilme erinnert.
Für einen Teenager ist sowas natürlich alles andere als toll und wenn man dann noch wie Oz echt in jedes Fettnäpfchen tritt und es sich gleich am ersten Schultag mit der einzigen direkten Nachbarin verscherzt, der man zudem nachsagt sie sei besonders gewalttätig und Teil der Hinterwäldler-Mafia, dann macht es das auch nicht besser.

Man könnte meinen schlimmer geht nimmer, doch dann kommt Oz plötzlich hinter das Geheimnis seiner älteren Schwester Meg und merkt, das seine Probleme vielleicht gar nicht die Größten sind...

"Warten auf Gonzo" ist großartig. Herrlich amüsant, aber auch tiefgründig, ernst und hoffnungsvoll. Ganz so, wie ich meine Bücher mag.

Das Buch ist aus Sicht von Oz geschrieben, der eigentlich Marcus heißt und sich in seiner Erzählung an einen gewissen Gonzo wendet. Er erzählt von seiner Lieblingsband, von seinen Tollpatschigkeiten, von seinem neuen Freund Ryan, der ihm zunächst nicht so recht geheuer ist, denn hey, er hat Platten von den Beatles und verkleidet sich in seiner Freizeit als Hobbit; er lässt Gonzo an seinem Alltag teilhaben und betrachtet ihn als vollwertiges Mitglied seiner Familie.

Und damit sind wir schon beim Mittelpunkt der Geschichte: Familie.
Denn durch Meg's "Geheimnis", das natürlich ans Licht kommt, sieht sich die Familie mit einem Problem konfrontiert, das sie alle auf die Probe stellt und für das es viele Lösungen geben mag. Meg entscheidet sich zunächst für die Falsche, doch zum Glück hat sie einen Bruder wie Oz, der unbewusst die Richtige Entscheidung trifft und sie Meg wie einen Floh ins Ohr setzt, der sie dazu bringt die Dinge von allen Seiten noch einmal gründlich zu durchleuchten.

Bis dahin ist es allerdings nicht gerade ein leichter Weg, denn Meg ist stur wie ein Esel.

Ich möchte nicht weiter auf den Inhalt eingehen, denn wer den Klappentext aufmerksam gelesen hat, der kann sicher ohnehin schon Rückschlüsse ziehen und da möchte ich nicht noch mehr vorwegnehmen.

David Cousins schafft hier einen wirklich wunderbaren Jugendroman, der mich unglaublich gut unterhalten und zum Lachen gebracht hat, der aber auch durch ernste Themen und ein gewisses Maß an Tiefgang punkten konnte.

Bei der Zeichnung der Charaktere ging mir ebenfalls echt das Herz auf, denn es gibt hier keine Helden oder Überflieger, sondern sie sind allesamt sehr authentisch ausgearbeitet und konnten mich gerade durch ihr "normales Verhalten", ihre Fehler und Macken absolut überzeugen.

 
WARTEN AUF GONZO ist, und das finde ich ehrlich gesagt mal wieder sehr schade, einer dieser sogenannten Nischenromane, auf den man entweder durch Zufall oder durch Empfehlungen aufmerksam wird und der sonst viel zu sehr untergeht.

Deshalb: EINE GANZ KLARE LESEEMPFEHLUNG MEINERSEITS !




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen